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Ich bin schon da

Was würde ich tun, wenn ich alle Möglichkeiten hätte, mir über nichts Gedanken machen würde und durch nichts begrenzt wäre?

Als uns vor einigen Tagen Freunde besuchten, hatte ich ein interessantes Gespräch. Ich unterhielt mich mit der Frau des Pärchens über alles Mögliche. Ein wichtiges Thema war jedoch die Arbeit, die ihr gerade wenig Freude machte bzw. zu viel Lebenszeit in Anspruch nahm. Diese Situation hatte ich vor einigen Jahren bereits selbst durchlebt. Ich war zufrieden und doch unzufrieden mit meiner damaligen Arbeit. Als ich damals einige Tage lang morgens Herzrasen und Atemnot hatte, wenn ich zur Straßenbahnhaltestelle ging, ohne dass mein Körper wirklich krank war, wusste ich, dass ich etwas ändern möchte. Ich wollte mir einen anderen Job suchen. Dies erwies sich jedoch auch als schwierig, weil ich gar nicht so recht wusste, was ich wollte und viele Ängste vor dem Neuen, scheinbar Unsicheren mich hinderten mutig voran zu gehen. 

Dann wurde ich schwanger. Das war als nun die große Veränderung, die ich mir gewünscht hatte. Anders als erwartet, aber eine wirklich große, tiefgreifende Veränderung, die mein Denken auf den Kopf stellte, meinen Wunsch nach Veränderung erfüllte und mich enorm wachsen ließ. 

Während der Elternzeit suchte ich jedoch weiterhin danach was ich machen wollte. Ich fand dies und das interessant, ging zu verschiedenen Veranstaltungen, absolvierte Massage- und Klangtherapieausbildunge, sowie Ausbildungen im energetischen Heilen. All das war nicht was ich täglich machen wollte, doch es half mir in meine eigene Kraft zu kommen und zu erkennen was mir Freude bereitet.

Irgendwann stellte ich fest, dass ich etwas ganz Eigenes machen wollte. Gern in Verbindung mit all dem was ich bereits gelernt hatte. Oder etwas aus dem Nichts heraus. Wieder war ich auf der Suche. Dennoch fand ich auch ganz viel. Teilweise war ich am Verzweifeln, in anderen Moment war mir wiederum ganz klar weshalb ich oder wir alle hier sind.

Eine Frage stellte ich mir dabei hin und wieder, die mich immer wieder vorantrieb und beflügelte:

Was würde ich tun, wenn ich alle Möglichkeiten hätte? Wenn ich weder finanziell noch familiär noch anderweitig gebunden wäre und ich wirklich alles alles machen könnte?

Auch der Frau des befreundeten Pärchens stellte ich diese Frage. Die Antwort drehte sich um die Arbeit und wie diese beschaffen sein solle. So ging es mir damals auch. 

Auch sie stellte mir die Frage und ich antwortete:

„Wenn ich alle Möglichkeiten hätte, möchte ich an einem Ort leben, an dem ich SEIN kann. In der Natur und mit viel Ruhe, am liebsten, wo ich auch viel allein sein kann. Ich möchte malen, singen, tanzen, schreiben. Es sollen auch Leute hinkommen und wenn es zeitlich passt und keinen Stress hervorruft, möchte ich auch gern ein wenig Selbstversorgung im Garten machen. 

Das schönste an diesem Gespräch kam für mich am nächsten Morgen:

Die Erkenntnis, dass ich fast alles von dem derzeit bereits lebe! Ich male, ich singe, ich tanze, ich bin in der Natur, kann öfter allein sein und hab dennoch immer wieder liebevolle Menschen um mich. Wow. Was mich da für ein Freudengefühl durchströmte. Ich war voller Dankbarkeit und Stolz und Glück, dass ich meine langgehegten Wünsche, scheinbar sogar schon länger, wenn ich gar bereits immer, schon lebte.

Und ja, ich habe mir immer einen festen Ort vorgestellt, aber ‚was bedeutet schon fest?‘, frage ich mich gerade. Also doch irgendwie alle Punkte erfüllt bisher.

Jetzt, wo ich darüber schreibe, stelle ich fest, dass ich letztendlich immer genau das getan habe, was für mich in dem Moment dran war. Manchmal habe ich scheinbar nur den Blick dafür verloren und manchmal geht es eben weiter, da kommt eine scheinbare Hürde oder Tür, die zu Neuem führt. Im Nachhinein scheint es meinem Verstand als hätte ich manche nicht geöffnet oder hätte die falsche Tür genommen. Doch mein Herz sagt es ist alles genau so wie es sein soll, egal wie.

Nun formuliere ich neue Wünsche bzw. erkenne was als Nächstes ansteht und tue es. Schwer in Worte zu fassen und dennoch klar.

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